Fünf Fragen After Wembley

Es wäre fast ein Sonntagswocht geworden, aber am Ende blieben doch einfach noch zu viele Fragen offen:

Langsam fragt sich wirklich, ob es in Wembley auch Spiele ohne Elfmeter gibt, aber viel wichtiger ist die Frage, warum auf englischem Rasen eigentlich keine schönen, spannenden und offensiven Fußballspiele zustande kommen können sollten?

Warum muss die wichtigsten Spiele immer der Mann kommentieren, der jede polarisierende Situation, wie beispielsweise die Kartenwürdigkeit eines Fouls, exakt um 180° verkehrt herum bewertet und – viel schlimmer noch – darauf minutenlang, bis zum Gehtnichtmehr herumreitet?

Wenn es hier und da für ein paar Minuten wirklich nichts zu sagen gibt, warum kann Béla Réthy dann nicht einfach mal still sein?

Wie um Himmels Willen hat nach dem Spiel dieser frustrierte, unmotivierte Mann vom ZDF Mikrofon und Kameramann bekommen, um nicht nur alle Steilvorlagen für unvergessliche Spielerinterviews nach einem einzigartigen Ereignis zu vergeben, sondern noch viel schlimmer, Gewinner wie Verlierer nach physisch wie psychisch fordernden 90 Minuten, mit derlei irritierenden und destruktiven Fragen völlig zu verstören?

Hat Uli, als Angela begeistert neben ihm stand, vor lauter Freude daran gedacht, sie nach ihrem Steuerberater zu fragen?
____

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fünf Fragen ... und getaggt als , , , , , , , , , , , , , , , , . Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.

7 Responses to Fünf Fragen After Wembley

  1. Oliver sagt:

    Meine Omma väterlicherseits pflegte immer zu sagen: Schweigen ist Silber – still sein ist Gold ! Oder so ähnlich…

    Herr Réthy ist der einzige, den das ZDF noch ins Rennen schicken kann. Alle anderen sind entweder in Rente oder noch schlimmer (wo ist eigentlich Herr Poschmann ?) Aber war das je anders ? Wie hieß noch der ZDF-Mann, der immer Sport für Schlaue machte ? Ach ja, Bernd Heller…

    Bei aller Peinlichkeit in der heutigen Sportkommentatorenwelt…zum bloßen Aufzählen von Nachnamen bei Länderspielen möchte ich nicht unbedingt zurückkehren, aber ein Satz war früher eigentlich ein Segen: Spielschluß ohne PK, keine Spielerinterviews mit Spielern, die nicht reden wollen (oder können), einfach nur „wir geben zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.“ Punkt. Schnitt.

  2. AS sagt:

    Da ist was dran. Nur warum ist das so? Will da kein junger hin, oder wurden die mit zerdrückt während die Alteingesessenen beim Harren auf die Spitzenposition sich sonstwas breitsaßen?
    Sympathische Oma übrigens.

  3. Oliver sagt:

    Erstmal Danke, leider kann man es ihr nicht selber sagen, sie kann nicht mehr mithören oder -lesen; jedenfalls nicht hier…

    Die Alteingesessenen haben sich in aller Breite ausgesessen, sodass da kein Vorbeikommen mehr möglich war. Ohne Qualitätskriterien zu berücksichtigen. Einige glaubten dann, nachdem die Privaten mit Geld geschmissen hatten, und der Sportschau die Bundeligaberichterstattung vorübergehend abgejagt hatten, dass das jetzt alles besser würde. Was war das Ende vom Lied ? Ein Herr Günter Peter Ploog hat trotzdem seine hölzerne Art nie ablegen können oder ein Jörg Dahlmann versucht krampfhaft mit seiner nervigen Singsang-Brüllerei auch die stümperhaftesten Stolperer der Rasenhelden als Spiel des Jahrhunderts zu verkaufen. Ersterer ist jetzt auch kurz vor Pension und Herr Dahlmann annimiert nur zum Tonabdrehen. Dann doch lieber Fußball als Stummfilm…

    Aber nicht nur das ZDF hat diese Problemstellen, es ist ein flächenübergreifendes Phänomen. Wenn ein Herr Steffen Simon das Kommentatorenmikrophon übernimmt, dann hilft im Normalfall eh nur noch der Ausknopf.

  4. AS sagt:

    Ja, der Stummfilm hatte was für sich. Da gab es sogar noch schöne, im Idealfall live gespielte Musik dazu, die dann wiederum auch nicht von Mono- oder Dialogen unterbrochen wurde.

    „es ist ein flächenübergreifendes Phänomen“ – Das kann vermutlich so stehen bleiben. Die Wirtschaft (vornehmlich der so wichtige Mittelstand) hat das Nachfolgeproblem ebenfalls, wie auch die Politik. Letztere kann man nur so schlecht ignorieren oder stummschalten.

  5. Oliver sagt:

    Soweit wollte ich eigentlich nicht gehen, aber -ja- egal ob Kommentatorenkabine oder LKW-Führerhaus, überall zeigt sich ein Nachfolgeproblem, dass bis in die Bänke der Parlamente reicht, wo die Regierigen sitzen…

    Ignorieren und Stummschalten ? Einerseits erscheint es tatsächlich schwierig, andererseits kommt es mir manchmal so, vor als würden das jetzt schon zu viele tun…flächenübergreifend…

  6. AS sagt:

    Das ist meine ganze Überzeugung. Wenn sich nicht immer mehr raushalten würden, könnten da nicht so viele Notlösungen agieren oder nur gieren.
    Es fragt sich nur, was die Raushalter alle stattdessen machen.

  7. Oliver sagt:

    Hart kritisieren und rum meckern vermutlich…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>