Lehre Enthüllungen

Die FASZ, welche die Sonntagsausgabe der FAZ ist und sich seltsamerweise selbst nur FAS nennt (also vielleicht keine „Zeitung“ sein will), bringt in ihrer aktuellen Ausgabe auf Seite zwei einen Artikel über die Missstände in der deutschen Lehrlandschaft. Bis zu 90 Prozent der Unterrichtsstunden fielen mit ihren Lehrern aus. In Summe ginge so ein ganzes Jahr Unterricht verloren (aus 12 mach 11). Vertretungen müssten zudem nicht mal Unterricht machen und etwas lehren (Leerunterricht). Trotzdem fänden jede Menge Lehrer keine passende Stelle. Wegen der uneinheitlichen Einstellungsbedingungen der Länder herrsche ein Konkurrenzkampf um die guten Kräfte und deren Ungleichverteilung über Stadt und Land nehme zu. Berlin zeige sich in der Einstellungspolitik besonders ungeschickt (die endgültige Verrohung der Hauptstädter droht).

Nein das ist kein spannender Bericht. Das muss auch der Autorin Heike Schmoll selbst aufgefallen sein, woraufhin sie den Artikel offenbar mit Dreingabe einiger Prominenz aufzuwerten versuchte:
Da der Artikel auf keine der gezeigten Personen Bezug nimmt, verwundert nicht nur die Willkür der Auswahl sondern auch ihre Unvollständigkeit. Denn auch wenn es sich fast ausnahmslos um ausgesprochen vorzeigenswerte Abbildungen handelt, so hat die Autorin doch jede Menge „Schüler von gestern“ schlicht vergessen. Da überrascht es auch kaum noch, dass sie statt ihres eigenen Konterfeis das von Timo Frasch zeigt, eines x-beliebigen Kollegen bei der FAZ. Gründe vermag vielleicht der zu finden, der sie und ihr Antlitz kennt, oder aber sie geht im Gegensatz zu Herrn Frasch noch zur Schule. Dass dieses Freizeitbild in der Mitte ungemein schmissig und lässig daherkommt, kann indes nur unzureichend davon ablenken, dass es unter keinem Gesichtspunkt zu den anderen Bildern passt. Vielleicht war die Auswahl auch einfach nur mal irgendwann für das Ratespiel „welches Bild passt nicht in die Reihe“ zusammengestellt worden und ganz aus Versehen zu dem Artikel gerutscht, in Wirklichkeit hätte ihr nämlich ihr eigenes Bild sogar in doppelter Hinsicht besser gepasst, also optisch und schulgestrigmäßig.

Die eigentliche Sensation der gesamten Doppelseite ist jedoch in der Bildunterschrift zum mittleren Bild in der unteren Reihe verborgen. Sie verrät nämlich das aktuelle Projekt von Günter Wallraff. Diesmal hat er sich direkt in die Politik eingeschlichen und zwar ganz oben und auch noch bei den Grünen. Wie das wohl ausgehen mag?

Hoffen wir, dass die sensationelle Enthüllung der FAS Günters neuesten Streich und vermutlich die Krönung seines Lebenswerkes nicht noch im letzten Moment gefährdet.
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